Bionik, FMEA, TRIZ & WOIS
Am Mittwoch, 22. September 2010 kam man nach einer längeren Sommerpause im Seminarraum des Wirtschaftspark Liezen zusammen, um in bewährt ungezwungener Atmosphäre über verschiedene Ansätze aus dem Qualitäts- und Innovationsmanagement zu diskutieren.
Der Abend stand dabei unter dem Motto "Die Praxis ist das Haarfärbemittel für die graue Theorie".

Von links nach rechts im Bild:
Clemens Schinagl, Alexander Robé, Andreas Rehklau, und Josef Berger-Schauer
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Den Einstieg machte Alexander Robé, Mitbegründer der Denkstelle-Ideengruppe und Produktmanager bei der » AHT Cooling Systems GmbH in Rottenmann. Er erklärte die Failure Mode and Effects Analysis (kurz FMEA).
Die FMEA wird verstärkt im Automobilbau eingesetzt. Grundsätzlich geht es darum, bereits im Vorfeld zu erheben, welche Fehler z. B. im Rahmen eines Produktionsprozesses auftreten können und welche Auswirkung diese Fehler haben. Es ist also eine Art zweckpessimistische Herangehensweise und insbesondere dann interessant, wenn man etwas zum ersten Mal durchführt.
Wikipedia-Artikel zum Thema » wikipedia.org/FMEA
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Diese systemorientierte Betrachtungsweise führte uns zu einer speziellen Lernquelle: Unsere natürliche Umgebung. Der Überbegriff für "Lernen von der Natur" lautet im deutschen Sprachraum "Bionik", eine Wortschöpfung aus Biologie und Technik.
Clemens Schinagl, Leiter des CREATIVe LAB am Joanneum Research und Ansprechpartner für das Programm » Science Fit, erklärte den grundsätzlichen Ansatz und beschrieb, was man z. B. von Schmetterlingen in Hinsicht auf eine Farbgestaltung durch Strukturnutzung lernen kann.
Die große Herausforderungen der Bionik liegen in der fächerübergreifenden Zusammenarbeit und dem "Übersetzen" biologischer Erkenntnisse für eine technologische Anwendung.
Wikipedia-Artikel zum Thema » wikipedia.org/BIONIK
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Lernt man bei Bionik von der Natur, so basiert TRIZ, die aus Russland stammende "Lehre des erfinderischen Problemlösens", auf Erkenntnissen aus unzähligen Patentrecherchen – also auf menschlichen Erfindungen.
Josef Berger-Schauer, Geschäftsführer der » Innovation Service Network GmbH und Mitbegründer des TRIZ Kompetenzzentrum Österreich erklärte, dass diese Patentrecherche Regelmäßigkeiten in der technischen Problemlösung aufzeigte. Aus diesen Regelmäßigkeiten konnten 40 Lösungsprinzipien abgeleitet werden, welche u. a. als Werkzeug der TRIZ eingesetzt werden.
Zudem wurde eine Art Vorhersage-Werkzeug entwickelt. Mit Hilfe der sogenannten TRIZ-Trends kann man ablesen, welchen Verlauf eine technische Entwicklung nehmen wird. So gewinnen bspw. starre Systeme immer mehr an Dynamik – als Beispiel dafür wurde die Entwicklung von der Direktlenkung zu Fly-by-Wire genannt.
TRIZ in Österreich » trizzentrum.at
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Ein wichtiger Part der TRIZ ist die Lösung von Widersprüchen. Diesem Aspekt widmet sich WOIS, die widerspruchorientierte Innovationsstrategie.
Andreas Rehklau, Leiter des » Innolab betonte, dass man vor der Problemlösung das richtige Problem suchen muss. Um dies tun zu können, muss man immer wieder die eigentliche Funktion hinterfragen.
In Folge gilt es herauszufinden, welche bislang unbekannten Wege zur Funktionserfüllung bestehen. Die größten Potentiale sieht WOIS dabei in den Grenzbereichen, dort wo Widersprüche bestehen. Andreas Rehklau nahm zur Erklärung Rückbezug auf die Natur - die meisten Lebewesen findet man nicht im See oder am Land, sondern im Uferbereich.
Widerspruchorientierte Innovationsstrategie » wois-innovation.de
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Zusammenfassend kann man folgende Kernaussagen festhalten:
- Fehler passieren. Entscheidend ist, wie man damit umgeht.
- Man sollte immer ganz bewusst die Frage nach der grundsätzlichen Funktion stellen,
bevor man sich an die Lösung von Problemen macht. - Als innovationsorientierter Betrieb muss man sich verdeutlichen, dass das eigene Produkt nicht nur verbessert, sondern durch etwas völlig Neuartiges ersetzt werden kann.
- Es ist legitim, bestehendes Wissen zu nutzen – wie es z. B. TRIZ und Bionik ermöglichen.
- Wo Widersprüche zu finden sind, liegt das größte Innovationspotential.
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Durch die Vorträge führte diesmal nicht eine PowerPoint, sondern ein sogenanntes Prezi. Diese interessante Präsentations-Software kann via prezi.com kostenlos getestet werden.
Link zur » Denkstelle Prezi

Wir danken unseren Referenten und unseren Gästen für ihr Kommen und diesen interessanten Diskussionsabend!



